Ganzheitliche Therapiekonzepte
Marianne Kasjan    Heilpraktikerin und Gesundheitscoach

Wie Aktivität Ihr Gehirn und Ihre Gesundheit neu programmiert

Die Bedeutung von Bewegung für Gesundheit und Lebenserwartung

Körperliche Aktivität zählt zu den wirkungsvollsten Faktoren für eine lange und gesunde Lebensspanne. Bereits geringe Steigerungen der täglichen Bewegung gehen mit einer messbaren Reduktion des Sterberisikos einher. Schon wenige zusätzliche Minuten moderater Aktivität pro Tag können spürbare gesundheitliche Vorteile bringen, insbesondere bei zuvor inaktiven Menschen.


Mit zunehmender Aktivität verstärken sich diese Effekte weiter. Besonders günstig wirkt sich ein durchschnittliches Bewegungsniveau von etwa 50 bis 75 Minuten moderater Aktivität täglich aus, etwa durch zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. In diesem Bereich zeigen sich die deutlichsten Verbesserungen von Lebensdauer und Krankheitsfreiheit.

Regelmäßige Bewegung beeinflusst dabei zahlreiche Körpersysteme gleichzeitig: Sie stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Insulinsensitivität, reduziert chronische Entzündungsprozesse, erhält Muskel- und Knochensubstanz und unterstützt die geistige Leistungsfähigkeit.


Auffällig ist, dass vor allem Menschen mit bislang geringer Bewegung besonders stark profitieren. Schon der Übergang von sehr niedriger zu moderater Aktivität führt zu deutlichen gesundheitlichen Verbesserungen. Insgesamt gehört regelmäßige körperliche Aktivität damit zu den wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen zur langfristigen Gesundheitsförderung.


Bewegung wirkt nicht nur auf Muskeln und Herz, sondern auf nahezu jedes Organsystem. Besonders spannend sind neuere Erkenntnisse zur Wirkung auf das Gehirn: Körperliche Aktivität steigert die Ausschüttung von Botenstoffen wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), die Nervenzellen schützen, vernetzen und erneuern.


BDNF beeinflusst Lernfähigkeit, Gedächtnis, Stressverarbeitung und emotionale Stabilität. Menschen mit regelmäßiger Bewegung zeigen messbar bessere kognitive Leistungen und geringere Depressions- und Demenzrisiken – unabhängig vom Alter.

Auch auf hormoneller Ebene wirkt Bewegung regulierend: Sie verbessert die Insulinsensitivität, senkt chronische Entzündungsmarker und unterstützt die Mitochondrien – die „Kraftwerke“ unserer Zellen. Entscheidend ist dabei nicht Höchstleistung, sondern die richtige Dosierung.


Studien zeigen: Bereits moderate, gut verteilte Bewegungseinheiten haben große Effekte, wenn sie regelmäßig erfolgen. Kurze Spaziergänge, gezieltes Krafttraining, Alltagsaktivität und gelegentliche Intensitätsspitzen ergänzen sich optimal.


Bewegung sollte individuell an die persönlichen Bedürfnisse, Vorlieben und gegebenenfalls bestehende Vorerkrankungen angepasst werden. Eine fachliche Beratung durch Ärztinnen und Ärzte sowie durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten kann dabei helfen, ein sicheres, wirksames und langfristig tragfähiges Bewegungskonzept zu entwickeln.



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